200 Years, Anniversary Joseph Haydn (1732-1809)

haydnmania: the 2009 anniversary

Archive for October 13, 2008

Haydn, the diplomatic musician

The anecdote about the “Farewell Symphony”:
Haydn and the other musicians in the employ of the Esterhazy family spent much of the year staying at Schloss Esterhazy, separated from their wives and families in a remote corner of northwestern Hungary. During one particularly long residency, Haydn composed his “Farewell” Symphony (no. 45), in the last movement of which the instruments drop out of the score one at a time. At the first performance, each player, upon completing his part, blew out his candle and tiptoed away from the orchestra. Prince Esterhazy took the hint, and promptly granted his musicians a well-deserved leave of absence.

Youtube-video from the final concert of the 2008 David Oistrakh Festival in Pärnu, Estonia – Conductor: Neeme Järvi – the last sequences of the Farewell Symphony:

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Die Schöpfung – the Creation

Von 1796 bis 1798 arbeitete Haydn an der “Schöpfung” und vollendete sie in seinem 66. Lebensjahr. Mit diesem Werk schuf der Komponist den bedeutendsten Beitrag zur Gattung des Oratoriums seit dem Tod Händels, der bereits 40 Jahre zurücklag. Gemäß der Genesis schildert Haydn den Schöpfungsakt und stellt das Lob Gottes in den Mittelpunkt.


Die Engländer traten in den Jahren 1794 und 1795 an Haydn heran, als er seine zweite Englandreise unternahm. Ob er sofort zusagte, ist fraglich, denn immerhin beherrschte er die englische Sprache kaum und darüber hinaus war ihm die Gattung des Oratoriums nicht sonderlich vertraut. Er kannte die großen Werke Händels, die ja in England in regelmäßigen Aufführungen gepflegt wurden, doch sein letztes eigenes Oratorium schuf Haydn als Jugendlicher. Es handelt sich dabei um Il ritorno di Tobia, ein recht unselbständiges Werk, das Haydn ganz nach italienischem Vorbild komponiert hatte.
Zwar hatte sich der Komponist immer wieder der Kirchenmusik zugewandt, doch das Oratorium spielte in seinem Schaffen bis 1796 keine Rolle. Dennoch nahm der Komponist den Text an und als er, gerade nach Wien zurückgekehrt, von seinem Freund und Gönner Gottfried van Swieten ebenfalls um ein Oratorium gebeten wurde, entschied sich Haydn für die Schöpfungsgeschichte. Van Swieten selbst übersetzte die englische Vorlage ins Deutsche und ergänzte dabei als Mitglied der Freimaurer-Loge entsprechendes Gedankengut.
Die Arbeit an der “Schöpfung” gestaltete sich für den Komponisten besonders mühsam. Von keinem seiner zahlreichen Werke gibt es mehr Skizzen und auch die Arbeitszeit von drei Jahren spricht für sich. Haydn war sich der Größe des Stoffes bewußt und hat sicherlich die Erwartungen, die man ihn stellte, geahnt. Aber es war nicht nur der religiöse Aspekt des Werkes, der ihn unter Druck setzte, sondern die “Schöpfung” sollte neben den großen Oratorien Händels bestehen können. Haydn arbeitete also mit äußerster Sorgfalt und Gottesfurcht. Später bekannte er einmal:

“Nie war ich so fromm als bei der Komposition der “Schöpfung”. Täglich fiel ich auf die Knie und bat Gott, daß er mich stärke für mein Werk.”

Am 6. April 1798 lies Haydn dem Fürsten Schwarzenberg mitteilen, daß er die Komposition vollendet habe. In seinem Palais plante man die Uraufführung, die noch im gleichen Monat (29. April) vor ausschließlich geladenen Gästen stattfand. Die erste öffentliche Aufführung lies fast ein Jahr auf sich warten, wurde im Wiener Hoftheater am 19. März 1799 gegeben und leitete den weltweiten Siegeszug des Werkes ein.